Segmentierte Sechskantmatrizen: Prüfung vor der Bestellung
Bei segmentierten Sechskantmatrizen muss die Konstruktion als Baugruppe geprüft werden: Sechskantprofil, Segmentfugen, stützende Fassung und Abnahmeverfahren müssen sich auf denselben freigegebenen Zeichnungsstand beziehen. Die Schlüsselweite allein definiert kein vollständiges Ersatzwerkzeug.
Dieser Leitfaden unterstützt Einkäufer bei der Zeichnungsprüfung und einer vergleichbaren Anfrage für Kaltstauchwerkzeuge. Er legt weder Segmentzahl noch Übermaß oder Maschineneinstellung fest. Dafür sind die konkreten Bauteil-, Werkzeug- und Prozessdaten erforderlich.
Vor dem Vergleich zuerst das Werkzeug identifizieren
Ein fertiger Sechskantkopf beschreibt noch nicht den Werkzeugweg. Klären Sie, ob das angefragte Werkzeug den Außenkopf formt, einen Innenantrieb erzeugt oder einen vorgeformten Kopf beschneidet. Kennzeichnen Sie Station und Kontaktfläche in der Baugruppenzeichnung. Ein Sechskant-Stempeleinsatz und ein Matrizeneinsatz sind unterschiedliche Bestellpositionen.
Japan Hardware unterscheidet in seinem Segmentwerkzeugprogramm zwischen Stempel- und Matrizeneinsätzen und erläutert die Segmentierung bei Eckbelastungen eigener Konstruktionen. Daraus folgt weder eine allgemeine Standzeitverbesserung noch eine Spezifikation für Jungu-Werkzeuge.

Für Schraubenköpfe finden Sie Einzelheiten auf der Produktseite Hartmetall-Sechskantmatrize für das Kaltstauchen. Die Übersicht Segmentmatrizen hilft, die passende Werkzeugfamilie für die Anfrage einzugrenzen.
Zeichnungsregister statt unbeschriftetem Muster
Verknüpfen Sie Fertigteilzeichnung, Baugruppenzeichnung und Einzelteilzeichnungen jeweils mit ihrem Änderungsstand. Wird beim Versuch eine Ecke, ein Stützteil oder ein Fassungsmaß geändert, muss erkennbar sein, welche weiteren Zeichnungen betroffen sind.
Ein gebrauchtes Muster zeigt Verschleiß und Einbaulage, bestimmt aber nicht zuverlässig das ursprüngliche Sollmaß. Trennen Sie am Muster gemessene Werte von freigegebenen Maßen. Dokumentieren Sie die Position im Satz und fotografieren Sie die Teile vor Reinigung oder Zerlegung.
Die Angabe „ein beschädigtes Segment ersetzen, Fassung weiterverwenden“ reicht ohne Identifikation der Fassung und übrigen Segmente nicht aus. Lassen Sie den Lieferanten benennen, welche Schnittstellen geprüft werden und ob ein einzelnes Ersatzsegment für diesen Satz abgenommen werden kann.
Fertigteilanforderungen und Werkzeugmaße trennen
| Prüfunterlage | Zu vereinbarende Angaben |
|---|---|
| Fertiges Sechskantprofil | Schlüsselweite, Kopfhöhe, Ecken, Fasen sowie Zeichnung oder vorgeschriebene Lehre. |
| Montierte Kavität | Prüfzustand, Bezugsflächen, Segmentorientierung und Übergänge. |
| Segmentschnittstellen | Fugenpositionen, Kennzeichnung und festgelegte Kontakt- oder Stützflächen. |
| Fassung und Abstützung | Neue und weiterverwendete Teile sowie die Zeichnung, die ihre Passung festlegt. |
| Prozesskontext | Maschine, Station, Vorform, Werkstückwerkstoff und zugehörige Betriebsunterlagen. |
| Abnahmenachweise | Prüfbericht, gekennzeichnete Versuchsteile, vereinbarte Fehlergrenzen und Freigabeverantwortung. |
Übernehmen Sie ein Fertigkopfmaß nicht ohne konstruktive Prüfung direkt in die Werkzeugbestellung. Der Werkzeugkonstrukteur sollte erläutern, wie die freigegebene Kavität zur Teileanforderung passt und wie beides geprüft wird. Dieser Leitfaden nennt keine pauschalen Korrekturzugaben.
Was bedeutet „segmentiert“ bei dieser Baugruppe?
Klären Sie, ob die Segmente im betrachteten Arbeitsgang gehalten bleiben oder sich die Baugruppe gezielt zur Entnahme öffnet. Halten Sie den vorgesehenen Ablauf in den Baugruppenunterlagen fest. „Geteilt“ beschreibt allein weder einen bewegten Mechanismus noch dessen Steuerzeiten.
Wenn kontrolliertes Öffnen und Schließen erforderlich ist, prüfen Sie die Produktseite Öffnungs- und Schließmatrizen für die Kaltumformung. Ein festgehaltener segmentierter Einsatz ist nicht allein wegen derselben sichtbaren Kontur mit einer öffnenden Baugruppe austauschbar.
Diese Bauteilprüfung ergänzt die Prüfung der Umformfolge beim Kaltstauchen. Dort geht es um den Stationsplan, hier um Lieferumfang und Abnahme innerhalb dieses Plans.
Ersatzumfang vor der Werkstoffwahl festlegen
TEMSA zeigt bei eigenen Stauchwerkzeugen modulare Hartmetallteile und austauschbare Segmente. Austauschbarkeit ist eine konstruktionsabhängige Eigenschaft; daraus ergibt sich keine Freigabe zum Mischen beliebiger Segmentsätze.
Fordern Sie einen eindeutigen Lieferumfang: komplette Baugruppe, zusammengehöriger Segmentsatz, Einzelteil oder Einsatz mit weiterverwendeter Fassung. Nennen Sie die bereits freigegebenen Werkstoff- und Behandlungsanforderungen. Bei einer Alternative gehören Begründung, geänderte Zeichnungsstände und Versuchsabnahme zum Vorschlag.
Vergleichen Sie Angebote mit demselben Umfang. Ein Angebot kann eine neue Fassung und die Prüfung der montierten Kavität enthalten, ein anderes nur lose Segmente. Ohne diese Abgrenzung ist der Gesamtpreis kaum aussagekräftig.
Musterfreigabe für Wiederholbestellungen dokumentieren
Vereinbaren Sie vor dem Versuch die Kennzeichnung von Werkzeug und Formteilen. Dokumentieren Sie Baugruppenstand, Draht- oder Vorformcharge, Maschinenstation und Prüfverfahren. Halten Sie Prozessänderungen im Versuch fest, statt jede Abweichung dem Werkzeug zuzuschreiben.
Bewahren Sie bei sichtbaren Fugenabdrücken, Eckfehlern oder unvollständigem Profil Fotos und vermessene Teile auf. Trennen Sie Beobachtung und Abnahmeanforderung. Ein Foto allein belegt nicht, ob eine Segmentschnittstelle, das Eingangsmaterial, die Abstützung oder eine Prozesseinstellung ursächlich war.
Verweisen Sie bei Wiederholbestellungen auf den abgenommenen Änderungsstand und Versuchsbericht. „Wie beim letzten Mal“ ersetzt diese Referenz nicht. Benennen Sie weiterverwendete Teile und erforderliche Prüfungen ihres Zustands.
Anfrage mit definiertem Baugruppenumfang senden
Senden Sie Fertigteilzeichnung, Baugruppen- und Einzelteilstände, Maschine und Station, Werkstückwerkstoff, Mengen sowie eine Liste neuer und weiterverwendeter Teile. Ergänzen Sie gegebenenfalls Schadensfotos oder Ausschussteile für die vereinbarte Prüfung.
Senden Sie Jungu die Zeichnungen zur Angebotsprüfung. Kennzeichnen Sie ungeklärte Maße als Fragen. Freigegebene Zeichnungen und nachvollziehbare Abnahmekriterien sind belastbarer als angenommene Standardtoleranzen oder unbelegte Standzeitvorgaben.
Häufige Fragen
Erfordert ein Sechskantprofil immer sechs Segmente?
Weder Suchbegriff noch Fertigkontur legen die Segmentzahl fest. Lassen Sie den Werkzeugkonstrukteur den Aufbau für die konkrete Anwendung begründen.
Kann ein einzelnes beschädigtes Segment ersetzt werden?
Klären Sie das für den identifizierten Satz. Prüfen Sie weiterverwendete Teile, Zuordnungsanforderungen und die montierte Baugruppe vor der Abnahme.
Reicht die Kavitätsprüfung für die Produktionsfreigabe?
Sie beantwortet eine Werkzeugprüffrage. Der vereinbarte Versuch muss zusätzlich zeigen, ob die Formteile unter den dokumentierten Prozessbedingungen die Anforderungen erfüllen.
