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Profilschleifen von Hartmetallstempeln: Was die Zeichnung festlegen muss

Von Jake Wang, Vertriebsleiter Ausland ·

Vor dem Profilschleifen eines kundenspezifischen Hartmetallstempels zuerst die geforderte Geometrie festlegen. Für ein vergleichbares Angebot reicht die Spitzenkontur nicht aus. Entscheidend sind auch ihr Bezug zu den Einbauflächen, die Länge des Arbeitsabschnitts, die Übergänge und das vereinbarte Prüfverfahren. Die Maschinenspezifikation eines Lieferanten ist keine Abnahmetoleranz für den Stempel.

Dieser Leitfaden behandelt die Zeichnungsprüfung für neue oder zu ersetzende Profilstempel. Er enthält keine Schleifparameter und verspricht nicht, dass jede Vertiefung durch Profilschleifen hergestellt werden kann. Innenkonturen, Außenkonturen und zusammengesetzte Werkzeuge können unterschiedliche Fertigungs- und Prüfwege benötigen.

Was legt der Begriff Profilschleifen fest?

Profilschleifen bezeichnet einen Fertigungsvorgang. AMADA beschreibt beispielsweise die GLS 150GL als optische Profilschleifmaschine mit LED-Projektor. Das belegt einen Maschinentyp, keine allgemeine Eignung für jede Hartmetallgeometrie. Daraus folgt auch nicht, welche Maschine Jungu für einen konkreten Auftrag einsetzen würde.

Zuerst Funktion und zugängliche Geometrie klären: Geht es um eine äußere Stempelspitze, einen Formeinsatz oder eine innere Vertiefung? Die zu bearbeitenden Konturflächen markieren und benachbarte Bereiche zeigen, die den Zugang begrenzen könnten. Den Fertigungsweg einschließlich Vorbearbeitung und Endprüfung anhand der Zeichnung bestätigen lassen. Die Jungu-Seite Kopfstempel und Stempelstifte dient zur Zuordnung der Werkzeugfamilie.

Kontur und Einbaubezug gemeinsam definieren

Eine Sollkontur beschreibt die Form. Sie legt allein nicht fest, wo diese Form am eingebauten Werkzeug liegen muss. Den tatsächlich verwendeten Zentrierdurchmesser, die Anlagefläche oder das Orientierungselement benennen. Notwendige Lage- und Richtungsanforderungen gehören in die freigegebene Zeichnung.

Ein hypothetisches Beispiel: Die Spitzenkontur stimmt, ist aber gegenüber dem aufnehmenden Schaft versetzt. Ein reiner Umrissvergleich könnte die für den Einbau wichtige Beziehung übersehen. Dies ist ein Beispiel zur Zeichnungsprüfung, kein berichteter Fertigungsfehler. Bei der Auswertung die vorgegebenen Bezüge erhalten, statt den gemessenen Umriss frei zu verschieben, bis er passend erscheint.

Anforderungen in der Zeichnung trennen

AnforderungVor dem Angebot klärenNachweis vereinbaren
SollkonturWelcher Zeichnungs- oder Modellstand definiert die Arbeitsform? Welche Ansichten und Schnitte gelten?Konturergebnisse mit Bezug zum gleichen freigegebenen Stand.
EinbaubeziehungWelche Flächen positionieren und orientieren den Stempel? Wie liegt dazu die Arbeitskontur?Prüfaufbau und ausgewertete Lage- bzw. Richtungsmerkmale.
ArbeitslängeWo beginnt und endet der Arbeitsabschnitt? Sind Konus oder Freistellungen definiert?Prüfung an den vorgeschriebenen Querschnitten und axialen Bezügen.
ÜbergängeWelche Radien und Kantenzustände sind funktional? Welche Ecken sind noch ungeklärt?Merkmalsbezogene Ergebnisse mit geeignetem Zugang und Verfahren.
Oberfläche und LieferzustandWelche Oberflächenanforderung gilt wo? Erfolgt die Abnahme vor oder nach einer vorgesehenen Beschichtung?Getrennte Maß-, Oberflächen- und Endzustandsnachweise nach Vorgabe.

Einen fehlenden Radius nicht durch einen bequemen Katalog-Mindestwert ersetzen. Auch der Hinweis „polieren“ darf weder unbemerkt die Sollkontur verändern noch eine zahlenmäßige Oberflächenanforderung ersetzen. Diese Punkte vor der Fertigung klären. Zur Oberflächenbearbeitung statt zur Herstellung einer neuen Kontur siehe den Leitfaden zum Polieren von Hartmetallmatrizen.

Bereits veröffentlichtes Foto eines Jungu-Prüfarbeitsplatzes mit Messgerät und Computer
Vorhandenes öffentliches Foto eines Jungu-Prüfarbeitsplatzes. Es zeigt weder eine optische Schleifmaschine noch einen Prüfbericht für einen bestimmten Hartmetallstempel.

Was belegt der Konturprüfbericht?

Mitutoyo beschreibt sein M2-Paket für Profilprojektoren mit zweidimensionaler geometrischer Messung und Berichtsfunktionen. Bei solchen Nachweisen müssen die gemessene Ansicht und die ausgewerteten Merkmale erkennbar sein. Ein passender Umriss in einer Ansicht bestätigt nicht automatisch alle Querschnitte, Einbaubeziehungen oder Oberflächenanforderungen.

Vor der Musterfreigabe Bauteilkennung, Zeichnungsstand, Prüfmerkmale, Bezugsaufbau und geltende Grenzwerte im Bericht verlangen. Mehrere Ansichten oder Verfahren derselben Bauteilkennung zuordnen. Ein Bildschirmfoto ohne diese Verknüpfung bietet Kontext, ist aber kein vollständiger Abnahmenachweis.

Angebote mit gleichem Umfang vergleichen

Zwei Anbieter können „Hartmetall-Profilschleifen“ mit unterschiedlichem Lieferumfang anbieten. Ein Angebot kann nur die Konturbearbeitung enthalten, ein anderes zusätzlich Schaft, Stützkörper, Beschichtung und Prüfung. Festlegen, ob ein fertiger Stempel, ein Einsatz oder die Bearbeitung eines beigestellten Rohlings benötigt wird. Zuständigkeit für Hartmetallspezifikation und Zeichnungsfreigabe dokumentieren.

Für die zeichnungsbezogene Anfrage siehe Jungus kundenspezifische Hartmetall-Stempelwerkzeuge für Bolzen. Die dort behandelten Innenkonturen und Abstützungen helfen auch, Fälle mit einem anderen Fertigungsweg als bei frei zugänglichen Außenprofilen zu erkennen. Ein ähnlicher Produktname allein reicht zur Bestellung nicht aus.

Fragen vor der Zeichnungsfreigabe

Erfordert eine engere Toleranz automatisch optisches Profilschleifen?

Die Toleranzzahl allein bestimmt das Verfahren nicht. Geometrie, Werkstoff, Zugang und Prüfbeziehung gemeinsam prüfen. Einen merkmalsbezogenen Fertigungs- und Nachweisvorschlag anfordern.

Kann eine CAD-Kontur die Werkzeugzeichnung ersetzen?

Sie kann die Sollform beschreiben. Einbaubezüge, Arbeitslänge, Werkstoff und Abnahmeanforderungen dürfen jedoch nicht offenbleiben. Festlegen, welche Datei welche Vorgabe enthält, und Widersprüche vor der Freigabe klären.

Was sollte der Einkauf senden?

Werkzeug- und Zusammenbauzeichnung, verfügbares Modell, Revisionen, Hartmetallanforderung, Arbeitsabschnitt, kritische Merkmale und Prüferwartungen senden. Bei Ersatzteilen Verschleißbilder von der Sollgeometrie unterscheiden. Zeichnungen zur Prüfung des Werkzeug-Fertigungswegs an Jungu senden, bevor der Umfang bestätigt wird.